Über Aljezur

Das Wappen von Aljezur

 

Wie beinahe überall im Mittelmeerraum lassen sich im Bezirk Aljezur Spuren früher Siedlungstätigkeit nachweisen, z.B. hat man bei Ausgrabungen in der Gegend von Vale da Telha Reste der Mirensischen Kultur (ca. 6000 v.Chr.) gefunden.
Aus der Zeit der klassischen Antike gibt es griechische Keramik, und die Römer bauten von Sagres eine Straße nach Norden über Aljezur.

Lange Zeit herrschten hier die Araber.
Vermutlich haben sie Aljezur im 10. Jahrhundert gegründet, ihr Einfluss ist noch überall spürbar, z.B. in der Sprache: Al garbh ist ein arabisches Wort und bedeutet "der Westen". Sie erneuerten auch die Burg über Aljezur, das "Castelo", und bauten dort eine Zisterne.
Am Morgen des 24. Juni 1246 wurde Aljezur mit seiner Burg von dem Führer des Santiago Ordens, Dom Paio Peres Correia, zurückerobert wie man erzählt mit Hilfe der Muttergottes von Alva, die seitdem Schutzpatronin Aljezurs ist. Im Vertrag von Badajoz zwischen dem König von Kastilien und dem portugiesischen König Afonso III wurden alle Burgen der Algarve, auch die von Aljezur, zu portugiesischem Staatsbesitz erklärt.
Am 12. November 1280 bekam Aljezur vom König Dom Dinis das Stadtrecht verliehen, das 1504 von Dom Manuel erneuert wurde. Allerdings verlor Aljezur im weiteren Verlauf der Jahrhunderte an Bedeutung, bedingt durch seine Lage etwas abseits im gebirgigen Innern der Algarve.
1755 wurde Aliezur durch ein Erdbeben sehr zerstört, der damalige Bischof Francisco Gomes de Avelar ließ daraufhin die neue Kirche – „Igreja Nova" errichten. Die Burg ist seitdem nur noch eine Ruine, bietet aber eine herrliche Aussicht.

DIE SITUATION HEUTE: 1990 lebten im Bezirk („Concelho“) Aljezur rund 8000 Menschen, vier Gemeinden gehören zu diesem Gebiet: Odeceixe im Norden an der Grenze zum Alentejo, Rogil etwas südlicher, Aljezur selbst mit weiteren kleinen dörflichen Siedlungen wie Vales, und im Süden Bordeira.
Alle vier Gemeinden haben einen eigenen Gemeinderat („Junta de Freguesia“) und sind alle zusammen in der Camara Municipal – sozusagen dem Landratsamt von Aljezur – vertreten. An der Spitze steht Manuel José de Jesus Marreiros, Presidente da Câmara Municipal de Aljezur.
Die Leute lebten früher hauptsächlich von der Landwirtschaft, der Fischerei, der Jagd und vom Kunsthandwerk, dazu kommen heute moderne Dienstleistungen, Handel, Banken und nicht zuletzt der Tourismus.

An der Küste bei Aljezur gibt es herrliche Strände, deren besonderer Reiz auch darin liegt, dass sie von der "Fremdenverkehrs-Industrie" mit gewaltigen Hotelbauten bislang und hoffentlich auch in Zukunft (!) - noch nicht entdeckt wurden. Dazu hat beigetragen, dass dieser Teil der Küste zum Naturschutzgebiet mit besonderen Auflagen erklärt wurde.
Die schönsten Strände sind Odeceixe, Amoreira, Monte Clerigo, Arrifana und etwas weiter südlich Carrapateira. In Carrapateira gibt es eine Art Kirchenburg und winklige Gassen.
Überall in der Umgebung Aljezurs findet man Windmühlen, ein typisches Wahrzeichen der Algarve. Wenn man Glück hat, steht neben so einer Mühle ein "Burro", ein Eselchen, und eine schwarzgekleidete Bäuerin ist mit Weidenflechtarbeiten beschäftigt, den Strohhut ins Gesicht geschoben. Zwar klingt das ein bisschen nach Klischee, die Zeiten haben sich geändert, die Körbe aus Aljezur, die Schnitzarbeiten und die Spitzendeckchen sind aber immer noch in jedem Souvenirladen zu bekommen.